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Sonntag, 24. Januar 2016

Buchvorstellung: "Kuchen & Süsses"

Der Platz in unserem Koch-/Backbuchregal ist erneut um ein Exemplar geschrumpft.
Seit einigen Wochen bereits steht dort

Kuchen & Süsses - von Andrea Schirmaier-Huber

 
Die Konditorenweltmeisterin Andrea Schirmaier-Huber ist vielleicht dem ein oder anderen aus einem Fernsehformat bekannt.
2013/2014 war sie Jurorin in der Sendung "Das große Backen" - Ende 2015 dann an der Seite von Johann Lafer suchte sie "Deutschlands beste Bäcker".
Nun gibt es also ein Backbuch von ihr.

Was gibt's darin zu finden?
In den Kapiteln

- Fruchtig & Frisch
- Fürs Kaffeekränzchen
- Klassische Torten
- Süße Träume
- Klein und Fein
- Strudelvarianten

finden sich sowohl die altbewährten Klassiker, als auch jeweils eine neue Kreation davon.

Die Rezepte sind ausgiebig erklärt, jedesmal mit Tipps der Autorin ergänzt und auf den folgenden Seiten auch mit einem seitenfüllenden Foto bebildert.
So findet sich z.B. eine Anleitung für Tarte au citron, Herrentorte, Torte nach Sacher Art, Frankfurter Kranz, Amerikaner, Bienenstich, Donauwelle, Käsekuchen und so einiges an Leckereien mehr.

Hätten wir es gekauft?
Doch.
Die Aufmachung ist schön. Die Fotos machen Lust auf einen eigenen Versuch und die Anleitungen sind gut nachzuvollziehen.
Wer auf "schicki-micki-deko-Torten" steht, der wird hier definitiv nicht bedient.
Hier geht es um bodenständige Kuchen und Co.
Aber dabei kommt man dann auch voll auf seine Kosten.

Erschienen im November 2015 im Südwest Verlag
50 Rezepte / 170 Seiten
Preis €17,99  

Klar haben wir etwas nachgebacken.
Mal wieder eine Premiere - sonst wär's ja nicht so spannend.



Bienenstich


Zutaten für ein Backblech

Für den Hefeteig
500g Weizenmehl (Type 550)
250ml Vollmilch (3,5% Fettgehalt)
30g frische Hefe
50g Kristallzucker
50g weiche Butter
2 zimmerwarme Eier (Größe M)
1 Prise Salz

Für den Belag
100g Butter
50g flüssiger Honig
125g Kristallzucker
200g gehobelte Mandelkerne

Für die Vanillecreme
1 Päckchen Vanillepuddingpulver (40g)
500g Vollmilch (3,5% Fettgehalt)
30g Kristallzucker
1 Vanilleschote
250g steif geschlagene Sahne

Zubereitung
Hefeteig
Das Mehl in eine Rührschüssel sieben und mit den Händen mittig eine Mulde formen.
Die Milch in einem kleinen Topf leicht erwärmen.
Hefe in die lauwarme Milch bröckeln und unter Rühren auflösen.
Hefemilch in die Mehlmulde geben. Dann mit einem Kochlöffel 2-3EL Mehl in die Hefemilch einarbeiten.
Diesen Vorteig mit einem Tuch bedecken und bei Zimmertemperatur etwa 15 Minuten gehen lassen, bis sich Risse an der Oberfläche bilden.
Nach der Gehzeit den Zucker, die weiche Butter, die Eier und das Salz zu dem Vorteig geben.
Alles zusammen in der Küchenmaschine (Knethaken) oder mit dem Handrührgerät (Knethaken) zu einem glatten Teig verkneten.
Der Hefeteig sollte zäh und glänzend sein.
Den Hefeteig erneut mit einem Tuch bedecken und bei Zimmertemperatur weitere 30 Minuten gehen lassen.

Belag
Die Butter mit dem Honig und dem Zucker in einen kleinen Topf geben und bei geringer Temperatur unter Rühren schmelzen lasssen.
Die Mandeln hinzufügen, unter Rühren aufkochen und weiterrühren, bis eine gebundene Mischung entstanden ist.
Den Topf vom Herd nehmen und das Mandelgemisch etwas abkühlen lassen.

Teig belegen und backen
Den Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck in Größe eines Backblechs ausrollen.
Die Teigplatte auf ein mit Butter gefettetes und leicht bemehltes Backblech legen und mit der Mandelmischung bestreichen.
Das Blech in den auf 200°C (Ober-/Unterhitze) bzw. 180°C (Umluft) vorgeheizten Backofen schieben und den Teig etwa 30 Minuten goldbraun backen.
Den gebackenen Kuchen aus dem Ofen nehmen und erkalten lassen.


Vanillecreme
Aus dem Puddingpulver, dem Zucker, der Milch und dem ausgekratzten Vanillemark nach Packungsanweisung einen Vanillepudding zubereiten.
Die Oberfläche des fertigen, heißen Puddings mit Frischhaltefolie bedecken, damit sich keine Haut bildet.
Den Pudding vollständig abkühlen lassen.
Den abgekühlten Pudding glatt rühren, dann nach und nach die steif geschlagene Sahne unterheben.

Bienenstich fertigstellen
Den erkalteten Kuchen waagerecht halbieren.
Den "Mandeldeckel" mit einem scharfen Messer in kleine Rechtecke schneiden.
Die Vanillecreme auf dem unteren Boden verteilen und glatt streichen.
Die Rechtecke vom Mandeldeckel auf den bestrichenen Boden setzen.
Die Kanten mit einer Teigkarte glatt ziehen und den Bienenstich min. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.




Fazit: der Kuchen macht - zumindest das erste Mal - ganz schön Arbeit.
Boden backen - abkühlen lassen - teilen (ohne das einem der Deckel zerbröselt) - Füllung zubereiten - gleichmäßig drauf verteilen - Mandelschicht in gleichmäßige Stücke schneiden (wieder mit der Brösel-Gefahr im Nacken)...dann erstmal durchatmen.
Da geht schon ein gutes Weilchen bei drauf.
Wir fanden die Puddingschicht hätte gut das Doppelte an Menge haben dürfen (im Verhältnis zum Teiganteil) - aber das ist sicherlich für jeden ein anderes Maß.
Auch die Hitzeangaben waren wieder ein wenig hoch. Doch wir haben es ja schon das ein oder andere Mal seufzend geschrieben: unser Herd ist da auch speziell.
Bei uns haben 160°C Umluft und etwas mehr als 20 Minuten für diese "braune" Farbe ausgereicht.
Und auch der Boden war da bereits durch.
Doch jeder Herd ist anders - das muss man ausprobieren.
Geschmeckt hat uns der Kuchen auf jeden Fall und mit einer Extra-Protion Vanillecreme wird es den bestimmt auch nochmal geben!



Hinweis: Das Buch haben wir freundlicherweise von der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt bekommen. 
Der Inhalt dieser Rezension spiegelt jedoch ausschließlich unsere Meinung wieder.

Sonntag, 8. November 2015

Buchvorstellung: "Indisch kochen"

Kann uns mal einer verraten, was mit dem Wetter so los ist?
Draußen ist es seit Tagen um die 15/16°C.
Die Weihnachtsdeko in den Geschäften ist gefühlt irgendwie fehl am Platze und die Lust auf Glühwein trinken oder Plätzchen backen tendiert nahe Null...um nicht zu sagen, liegt im absoluten Minus-Bereich des Interesses.
Geht es euch auch so?
Nur die frühe Dunkelheit lässt den November noch deutlich erkennen.
Gute Gelegenheit, sich mit einem Buch auf's Sofa zu verkrümeln und abzutauchen.
Zum Beispiel auch mit einem neuen Kochbuch:

Indisch kochen - von Anjali Pathak


Hmmm...moment mal: Anjali Pathak?
Pathak?
Vielleicht kommt euch der Name ja auch irgendwie bekannt vor?
Gerade, wenn man ab und zu zwischen den Supermarktregalen mit den internationalen Angeboten herumschwirrt.
"Patak's" als Hersteller indischer Produkte ist nämlich nahezu weltweit zu finden.


Die Familie Pathak (das "H" wurde irgendwann aus dem Firmennamen wegrationalisiert) ist indischen Ursprungs. Der Gründer (Großvater) kam in den 50er Jahren nach London und ärgerte sich seinerzeit, dass er dort gezwungen war, entweder seine Ernährungsgewohnheiten umzustellen oder selbst kochen zu müssen, und entwickelte so erste Fertigprodukte, die er in seiner indischstämmigen Umgebung verkaufte.
Mittlerweile ist daraus ein respektables Gewürzimperium hervorgegangen.
Anjali Pathak ist die Enkelin dieses Gründers, Bloggerin und Buchautorin.

Doch zurück zum Buch selbst.
Der Titel verrät es auf den ersten Blick: es geht um das vielfältige Thema der indischen Küche.
Und so farbenfroh wie der purpurne Bucheinband (erinnert sehr an die Banderolen des Produktlabels), so bietet auch der Inhalt selber eine vielfältige und bunte Sammlung an Rezepten.
Auf den über 200 Seiten ist eine kreative Mischung aus diversen traditionellen Speisen, indischen Gewürzen, verbunden jedoch mit einem Mix aus westlichen Elementen zu finden.

Aufgeteilt in die Kapitel
- Kleine Gerichte
- Hauptgerichte
- Wohlfühlfaktor
- Gemüse satt
- Grillsommer auf Indisch
- kleine Extras
- süß uns würzig
- Cocktailzeit
ist da sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei.

Kleine Auswahl gefällig?
Pakoras mit Möhre, Zwiebel und Spinat - Papri chaat - Biryani mit Ofengemüse - Kürbis mit Feta, Tomate und Minze nach Balti-Art - Safran-Honig-Naan - Geröstete Haselnüsse mit Kardamom-Eis....

Auf den ersten Seiten bemerkt Anjali Pathak:
"Die besten Gerichte schmecken nur deshalb am besten, weil viel Liebe und Gefühl in ihnen steckt.
Sie entstammen kostbaren Erinnerungen und haben alle ihre eigene Geschichte zu erzählen."

Genau das macht das Buch auch aus.
Keine reine Rezeptesammlung, sondern ein Auszug aus der Familiengeschichte, untermalt von vielen Fotos und liebevollen Hintergrundgeschichten.


Hätten wir es gekauft?
Ehrlich gesagt schwierig, dies' eindeutig zu beantworten.
Ein unentschlossenes "vielleicht" trifft es.
Warum?
Leider hat nicht jedes Rezept ein Foto - für uns immer ein kleiner Punkteabzug, was die Kaufentscheidung anbelangt.
Desweiteren ist eine Vielzahl von Gewürzen erforderlich.
Unser Vorratsschrank bzw. unsere sog. "Gewürzlade" ist zum Glück randvoll gefüllt.
Wer aber von vorne bis hinten alles neu kaufen muss, der investiert erstmal.
Das ist jedoch sicherlich normal bei derart internationaler Küche.
Man sollte es nur berücksichtigen.
Die begleitenden, herzlichen Familiengeschichten machen es jedoch eindeutig zu einem besonderen Kochbuch.
Wer Lust hat, den Spagat zwischen authentischer indischer Küche und einem gewissen Anteil an modernem, westlichem Einfluss einzugehen, für den ist es genau richtig.
Es lohnt sich auf jeden Fall, selbst im Buchladen einmal durch die Seiten stöbern und sich ein Urteil zu bilden.

Erschienen im November 2015 im Südwest Verlag
120 Rezepte / 224 Seiten
Originalausgabe "Secrets from my indian family kitchen"
Preis €24,99  


Klar, dass heute aus dem Buch etwas nachgekocht wurde.
Wir haben uns für den Klassiker schlechthin entschieden:



Chicken Tikka Masala

Angaben für 4 Personen

6-8 ausgebeinte Hähnchenoberschenkel, ohne Haut und in fingerlange Stücke geschnitten.

Anmerkung von uns:
Einen Hühnerschenkel von der Haut zu befreien ist recht easy - das Fleisch im rohen Zustand von den Knochen zu lösen, so dass nicht nur kleine Fleischteilchen entstehen, allerdings weniger.
Wir hatten super viel Verlust. Was vielleicht am nicht so berauschenden Messer oder aber an der fehlenden Übung lag.
Beim nächsten Mal würden wir - auch wenn die Konsistenz und der Geschmack evt. ein wenig abweichend sind - auf Hühnerbrüste umsteigen.

Tikka Paste
2EL Naturjoghurt
1TL gemahlene Kurkuma
1/2TL Chilipulver
1TL Knoblauchpaste
1TL Ingwerpaste

Masala-Sauce
2EL neutrales Pflanzenöl
4 grüne Kardamomkapseln
1 Zimtstange
1TL Kreuzkümmelsamen
1 große Zwiebel - in feine Scheiben geschnitten
2TL Knoblauchpaste
1TL Ingwerpaste
3 grüne Chilischoten - eine in feine Ringe geschnitten und zwei mit einem Messer angeritzt
2EL Garam Masala
1EL gemahlener Koriander
2TL gemahlener Kreuzkümmel
1 Dose gehackte Tomaten (400g)
15g Butter (nach Belieben)
6EL Sahne oder Naturjoghurt
Salz, Zucker nach Geschmack
Zitronensaft, nach Geschmack
Koriandergrün zum Garnieren


Die Zutaten für die Tikka-Paste in einer Schüssel mischen und die Fleischstücke gleichmäßig mit der Paste vermengen.
Am besten das Fleisch abgedeckt über Nacht im Kühlschrank marinieren.

Für das Masala das Öl in einem Topf auf mittlerer Stufe erhitzen.
Die Kardamomkapseln und die Zimtstange kurz darin anrösten.
Dann die Kreuzkümmelsamen kurz mitrösten und sobald sie knistern, die Zwiebeln 5 Minuten mitdünsten, bis sie glasig und am Rand leicht braun sind.
Den Knoblauch, den Ingwer und die Chilischoten unterrühren und mitdünsten.
In der Zwischenzeit das Garam Masala, die gemahlenen Koriander- und Kreuzkümmelsamen mit ein paar EL Wasser anrühren, in den Topf geben und gründlich verrühren.
Nach 1 Minute die Tomaten und (wenn verwendet) die Butter unterrühren.
Anschließend 200ml Wasser zugießen und das Masala etwa 15 Minuten köcheln lassen.

Inzwischen eine Grillpfanne oder den Grill auf mittlerer Stufe erhitzen und das Chicken Tikka etwa 10 Minuten unter häufigem Wenden gut durchgaren.

Nun die Sahne oder - für eine leichtere Variante - den Joghurt in die Masala-Sauce rühren, probieren und mit Salz, Zucker und Zitronensaft abschmecken.

Man kann nun entweder das Chicken Tikka in die Sauce geben oder - wenn es ein echtes Chicken Tikka Masala werden soll - die Sauce über das Fleisch gießen.
Ganz zum Schluss Koriandergrün drüberstreuen.







Der Aromen-Beschuss war übrigens absolut gewaltig!
Durch das ganze Haus ging der Duft der diversen Gewürze und ließ ein Gefühl (ein ziemlich großes Gefühl) von Indien mitten in Oldenburg aufkommen.
Wahnsinn!
Mal schauen, was wir als nächstes aus dem Buch versuchen werden.


Hinweis: Das Buch haben wir freundlicherweise von der Random House Verlagsgruppe zur Verfügung gestellt bekommen. 
Der Inhalt dieser Rezension spiegelt jedoch ausschließlich unsere Meinung wieder.